Glossar
Glossar: Legal Content Operations von A bis Z.
Kompakte, neutrale Definitionen der zentralen TermShelf-Begriffe — von Legal Content Drift über die Public Delivery API bis zum Version Pinning. Jeder Eintrag verlinkt auf die passende Feature- oder Guide-Seite.
- Legal Content Operations
- Legal Content Operations bezeichnet das laufende Betreiben veröffentlichter Rechtstexte: zentral verwalten, versionieren, freigeben, zielgenau veröffentlichen, über eine API ausliefern und live gegen die freigegebene Fassung prüfen. Der Begriff grenzt sich vom einmaligen Erstellen ab und beschreibt den dauerhaften, nachvollziehbaren Betrieb über Websites, Apps, Sprachen und Märkte hinweg. TermShelf ist auf diesen Lebenszyklus ausgerichtet, nicht auf das Verfassen von Rechtstexten.
- Document Intelligence
- Document Intelligence bezeichnet in TermShelf die Beobachtungs- und Bewertungsschicht rund um veröffentlichte Rechtstexte. Sie verbindet drei Signale — Rechtsänderungen (LegalChange), Website-Änderungen (WebsiteChange) und Live-Abweichungen (Legal Content Drift) —, bewertet deren mögliche Relevanz im Kontext von Marke, Sprache, Markt und Profil und erzeugt daraus Prüfhinweise sowie, aus bestätigten Hinweisen, Änderungsvorschläge. Sie ändert und veröffentlicht nichts automatisch und ersetzt keine anwaltliche Beratung.
- Legal Change Monitoring (LegalChange)
- Legal Change Monitoring bezeichnet das fortlaufende Beobachten rechtlicher Änderungen und deren Verdichtung zu nachvollziehbaren Änderungs-Ereignissen. In TermShelf werden solche Ereignisse gegen die tatsächlich veröffentlichten Dokumente einer Marke bewertet; bei möglicher Relevanz entsteht ein Prüfhinweis. Ein Ereignis stellt keine Rechtsfolge fest und sichert nicht zu, jede relevante Änderung zu erfassen.
- Website Change Monitoring (WebsiteChange)
- Website Change Monitoring bezeichnet das Erkennen von Veränderungen auf einer überwachten Website — etwa neue Dienste, Funktionen oder Angebote — und die Frage, ob die veröffentlichten Rechtstexte diesen Stand noch abdecken. Es ist von Legal Content Drift zu unterscheiden: Dort weicht die live sichtbare Fassung eines Rechtstextes von der freigegebenen ab. Eine Website-Änderung erzeugt einen Prüfvorgang, keine automatische Textänderung. In TermShelf ist dieses Signal aktuell als Beta gekennzeichnet: verfügbar und in aktiver Weiterentwicklung. Die beiden anderen Document-Intelligence-Signale tragen diesen Status nicht.
- Legal Content Drift
- Legal Content Drift entsteht, wenn die live sichtbare Fassung eines Rechtstextes nicht mehr der freigegebenen Version entspricht — auf Websites, in Apps, in einzelnen Sprachen oder in transaktionalen E-Mails. Ursachen sind etwa Relaunches, falsches Caching, kopierte Volltexte oder veraltete E-Mail-Templates. Drift ist ein operativer, technischer Zustand und keine juristische Bewertung. TermShelf macht ihn über einen Live-Abgleich als Findings sichtbar.
- Prüfhinweis (Finding)
- Ein Prüfhinweis ist das Ergebnis eines Document-Intelligence-Signals: ein bearbeitbarer Vorgang, der Anlass, betroffenes Dokument, Belegstellen und offene Prüffragen benennt. Er lässt sich bestätigen, zurückstellen oder verwerfen und trägt Status, Zuständigkeit und Historie — auch die Entscheidung, dass nichts zu tun ist, bleibt nachvollziehbar. Ein Prüfhinweis stellt keine Rechtsfolge fest und verändert das Dokument nicht.
- Änderungsvorschlag (Patch Proposal)
- Ein Änderungsvorschlag ist eine konkrete, an einer bestimmten Stelle formulierte Textanpassung, die aus einem bestätigten Prüfhinweis entsteht. Er bleibt ein Vorschlag: Übernommen wird er als unveröffentlichter Entwurf, der denselben Review- und Freigabeprozess durchläuft wie jede andere Änderung. Ein Vorschlag wird weder automatisch angewendet noch automatisch veröffentlicht und ersetzt keine fachliche oder rechtliche Prüfung.
- Public Delivery API
- Die Public Delivery API ist die read-only Auslieferungs-Schnittstelle von TermShelf für bereits veröffentlichte Rechtstexte. Sie gibt eine freigegebene Dokumentversion als sanitisiertes HTML-Fragment, als strukturiertes JSON oder als PDF-Artefakt zurück und unterstützt Version Pinning, effective_at sowie ETag-Caching. Schreibvorgänge und unveröffentlichte Entwürfe sind über sie nicht erreichbar.
- Transactional Legal Text Delivery
- Transactional Legal Text Delivery (Transaktions-Delivery) bezeichnet die Auslieferung freigegebener Rechtstexte in transaktionale Systeme wie Bestell- und Vertragsbestätigungen, Registrierungs-Mails oder Checkout-Schritte. Die Inhalte werden als eingebettetes HTML, als JSON für eigene Templates oder als PDF-Anhang ausgeliefert, jeweils mit Bezug zu einer konkreten veröffentlichten Version. So bleibt nachvollziehbar, welche Fassung einer Transaktion beilag.
- Version Pinning
- Version Pinning bezeichnet das gezielte Anfragen einer bestimmten freigegebenen Fassung über die Public Delivery API, etwa per Parameter ?version=N. Statt immer die aktuell live Fassung zu liefern, gibt die API genau die referenzierte Version zurück. Weicht sie von der live-Version ab, antwortet sie mit Status 409 und nennt die aktuell live Version. Das ist die Grundlage für stabile Referenzen und Nachweis.
- effective_at / stichtagsbezogene Auslieferung
- Die stichtagsbezogene Auslieferung über den Parameter effective_at gibt die Rechtstext-Fassung zurück, die zu einem bestimmten Zeitpunkt live war — angefragt als ISO-8601-Datum. Sie ist planabhängig verfügbar und relevant, wenn nicht die aktuelle, sondern die zu einem Stichtag gültige Version benötigt wird, etwa für Nachweis-Szenarien rund um einen Vertragsschluss.
- ETag & Caching
- Ein ETag ist eine Kennung, die die Public Delivery API mit jeder Antwort mitsendet und die eine konkrete ausgelieferte Fassung identifiziert. Konsumierende Systeme können sie bei der nächsten Anfrage über If-None-Match mitschicken; ist der Inhalt unverändert, antwortet die API mit 304 Not Modified statt mit dem vollständigen Inhalt. Zusammen mit Cache-Control ermöglicht das eine effiziente, cache-freundliche Einbindung von Rechtstexten.
- Rechtstext-Versionierung
- Rechtstext-Versionierung bezeichnet das kontrollierte Führen von Fassungen eines Rechtstextes über seinen Lebenszyklus: Entwurf, Review, Freigabe und Veröffentlichung. Jede veröffentlichte Version ist ein unveränderlicher Snapshot mit Versionsnummer und Datum. Wiederherstellungen erzeugen neue Entwürfe, statt Historie zu überschreiben. Dadurch bleibt nachvollziehbar, welche Fassung wann freigegeben und live war.
- Immutable Snapshot
- Ein Immutable Snapshot ist die unveränderliche Momentaufnahme eines Rechtstextes, die bei der Freigabe einer Version entsteht. Sie trägt eine Versionsnummer und ein Datum und wird nach der Veröffentlichung nicht mehr verändert. Spätere Anpassungen entstehen als neue Entwürfe und Versionen, sodass die Historie vollständig erhalten bleibt. Snapshots sind die Grundlage für Version Pinning, Auslieferung und Live-Abgleich.
- Veröffentlichte Rechtstext-Version
- Eine veröffentlichte Rechtstext-Version ist ein freigegebener, datierter und unveränderlicher Snapshot eines Dokuments mit eigener Versionsnummer. Sie ist die Fassung, die über die Public Delivery API ausgeliefert wird und gegen die der Live-Abgleich prüft. Nachträgliche Änderungen entstehen als neue Entwürfe und Versionen; die veröffentlichte Version selbst wird nicht verändert.
- HTML-Fragment
- Ein HTML-Fragment ist eine der drei Artefaktformen der Public Delivery API: sanitisiertes HTML einer veröffentlichten Rechtstext-Fassung, das sich direkt in Websites, Apps, Footer oder transaktionale E-Mails einbetten lässt. Es enthält strukturierte Abschnitte mit stabilen Schlüsseln und Metadaten wie der Dokumentversion, ohne dass Volltexte kopiert werden müssen.
- PDF-Artefakt
- Ein PDF-Artefakt ist die PDF-Form einer veröffentlichten Rechtstext-Fassung, die über die Public Delivery API abgerufen wird. Es eignet sich als Anhang für Bestell-, Vertrags- oder Registrierungsmails. Da es aus genau der freigegebenen Version stammt, bleibt — bei gespeicherter Versionsnummer — nachvollziehbar, welche Fassung einer Transaktion beilag.
- Legal Text Finding / Drift Finding
- Ein Drift Finding (Legal Text Finding) ist ein bearbeitbarer Vorgang, den der Live-Abgleich erzeugt, wenn die live sichtbare Fassung eines Rechtstextes von der freigegebenen Version abweicht. Findings werden pro Site, Sprache und Markt ausgewiesen und lassen sich öffnen, zuweisen und bearbeiten. So wird Drift zu einer nachvollziehbaren Aufgabe statt zu einem Zufallsfund.
- Site Profile
- Ein Site Profile (Website-Profil) bildet eine kommerzielle oder funktionale Ausprägung einer Site ab, etwa B2C oder B2B. Es ist eines der Ziele, für die ein Rechtstext veröffentlicht und über die Public Delivery API abgerufen werden kann — neben Site, Domain, Locale und Markt. Profile ermöglichen gezielte Varianten, ohne ein Dokument zu duplizieren.
- Override
- Ein Override ist eine gezielte Abweichung von einem Basisdokument für ein bestimmtes Ziel — etwa eine Sprache, einen Markt, ein Site Profile oder eine Marke. Statt ganze Dokumente zu kopieren, werden geerbte Inhaltsblöcke nur dort ersetzt oder unterdrückt, wo sie tatsächlich abweichen. So bleiben gemeinsame Passagen an einer Quelle und driften nicht auseinander.
- Multi-Brand Legal Text Management
- Multi-Brand Legal Text Management bezeichnet das Verwalten von Rechtstexten für mehrere Marken in einer gemeinsamen Struktur. Marken, Dokumenttypen, Locales, Märkte und Profile bilden den fachlichen Kontext, während Varianten und Overrides Abweichungen abbilden, ohne Volltexte zu duplizieren. Public Delivery liefert die freigegebenen Fassungen brand-basiert aus; Websites sind überwachte Ziele für Live-Abgleich, Drift-Erkennung und WebsiteChange. Getrennte Workspaces je Kundenprojekt eignen sich auch für Agentur-Setups.
Begriffe verstanden — jetzt anwenden.
Bring deine Rechtstexte in einen strukturierten Lebenszyklus aus Versionierung, Auslieferung und Live-Abgleich.