Rechtstexte in Shopware-Bestellbestätigungen einbinden
Wie Shopware-Storefronts und Bestellbestätigungs-Mails AGB, Widerrufsbelehrung und Datenschutzinformationen als versioniertes HTML-, JSON- oder PDF-Artefakt aus TermShelf beziehen — statt Volltexte in Sales Channels und Twig-Mail-Templates zu pflegen.
Rechtstexte in Shopware-Bestellbestätigungen einbinden
Shopware-Shops verteilen Rechtstexte über mehrere Stellen: Custom-Pages und Erlebniswelten in der Storefront, die Mail-Templates der Bestellbestätigung und optional generierte Belege wie Rechnungen. Läuft derselbe Shop über mehrere Sales Channels — je Sprache, Markt oder B2B/B2C — wächst die Zahl der Stellen, an denen dieselbe AGB-, Widerruf- oder Datenschutz-Fassung konsistent bleiben muss.
Die Bestellbestätigung ist dabei ein operativer Sonderfall: Sie wird zu einem konkreten Zeitpunkt verschickt und dokumentiert faktisch, welche Fassung der Kunde gesehen hat. Wer den AGB-Text direkt ins Twig-Mail-Template kopiert, koppelt diese Fassung an das Template statt an eine freigegebene, datierte Version.
Was TermShelf hier leistet — und was nicht
TermShelf ist kein Shopware-Plugin und kein Rechtstext-Generator. TermShelf ist die zentrale Quelle, in der freigegebene Rechtstexte verwaltet, versioniert, freigegeben und als Artefakt ausgeliefert werden. Shopware bleibt das Shop-System; es konsumiert die freigegebene Fassung, statt sie selbst vorzuhalten.
Welche Texte in welchem Schritt des Bestellprozesses benötigt werden, sollten Teams fachlich und juristisch prüfen lassen. TermShelf organisiert und liefert die freigegebenen Versionen aus — die rechtliche Bewertung des Inhalts ersetzt es nicht.
Warum statische Texte in Shopware-Mails problematisch sind
Mail-Templates in Shopware sind im Admin editierbar und Twig-basiert. Sobald ein AGB-Absatz dort fest hinterlegt ist, lebt er außerhalb jeder Versionierung:
- Eine Aktualisierung muss in jedem Sales Channel und jedem Sprach-Template einzeln nachgezogen werden — leicht zu vergessen.
- Die im Template stehende Fassung lässt sich nicht eindeutig einer freigegebenen, datierten Version zuordnen.
- Beim Import eines Template-Sets oder bei einem Theme-/Storefront-Relaunch kann eine alte Fassung unbemerkt zurückkommen.
Das ist ein klassischer Fall von Legal Content Drift — die sichtbare Fassung entspricht nicht mehr der freigegebenen.
Drei Integrationsmuster für Shopware
Unabhängig davon, ob die Integration über ein eigenes Plugin, ein App-Backend oder eine vorgelagerte Middleware läuft — es gibt drei Artefaktformen aus der Public Delivery API:
- PDF-Artefakt als Anhang an die Bestellbestätigung, wenn eine in sich abgeschlossene, archivierbare Fassung gewünscht ist.
- HTML-Fragment für eine Storefront-Seite oder einen Mail-Block, wenn der Text im Layout erscheinen soll.
- JSON für eigene Logik — etwa wenn ein App-Backend mehrere Sales Channels bedient und das Rendering selbst übernimmt.
Die Formate im Detail vergleicht Rechtstexte per API ausliefern; den vollständigen Auslieferungs-Vertrag beschreibt die Feature-Seite Public Delivery API.
Versionierung und Transaktionszeitpunkt
Eine Bestellung findet zu einem bestimmten Zeitpunkt statt — und dazu gehört die zu diesem Zeitpunkt freigegebene Fassung. Über die Public Delivery API lässt sich entweder eine feste Versionsnummer (?version=N) oder der Stand zu einem Zeitstempel (?effective_at=<ISO-8601>) abrufen.
Entscheidend für die Nachvollziehbarkeit ist, die verwendete Versionsnummer in der Shopware-Bestellung mitzuspeichern. Welche Fassung zu welchem Zeitpunkt galt, vertieft Welche AGB-Version galt beim Vertragsschluss?
Beispielhafter Ablauf
- Den Rechtstext in TermShelf bearbeiten, prüfen und freigeben.
- Die Version veröffentlichen — sie wird zu einem unveränderlichen, datierten Snapshot.
- Beim Erzeugen der Bestellbestätigung ruft die Shopware-Integration das passende Artefakt für Sprache, Markt und Kundentyp ab, z. B. das HTML-Fragment der AGB für einen DACH-B2B-Sales-Channel:
GET /v1/delivery/sites/17/documents/terms/html
?locale=de-DE&market=DE&profile=B2BDie Bestellbestätigung nutzt das Artefakt als HTML-Block oder PDF-Anhang, und die ausgelieferte Version bleibt über die mitgespeicherte Versionsnummer nachvollziehbar. Endpunkte und Header stehen in der API-Referenz.
Typische Fehler
- AGB-Volltext direkt im Twig-Mail-Template, der bei Updates pro Sales Channel auseinanderläuft.
- Pro Storefront eine eigene Kopie der Rechtstexte, die getrennt gepflegt wird und driftet.
- PDF wird zum Bestellzeitpunkt erzeugt, aber die Versionsnummer wird nirgends gespeichert.
- B2B- und B2C-Sales-Channels erhalten unbemerkt dieselbe Fassung, obwohl unterschiedliche Texte vorgesehen sind.
Was TermShelf nicht tut
TermShelf erstellt keine rechtsverbindlichen Inhalte und ersetzt keine anwaltliche Beratung. TermShelf stellt kein offizielles, zertifiziertes Shopware-Plugin bereit und erzeugt keine Rechtstexte. Beschrieben ist ein integrationsoffener Ansatz über die Public Delivery API; wie tief die Integration ausfällt, hängt vom konkreten Shopware-Setup und der gewählten Artefaktform ab.
Weiterführende Guides
Häufige Fragen
- Gibt es ein offizielles TermShelf-Plugin für Shopware?
- Dieser Guide beschreibt keinen vorgefertigten Plugin-Marketplace-Eintrag, sondern einen integrationsoffenen Ansatz über die Public Delivery API. Shopware bezieht die freigegebene Fassung als HTML, JSON oder PDF — über ein eigenes Plugin, ein App-Backend oder eine vorgelagerte Middleware.
- Wie bekomme ich pro Sales Channel die richtige Fassung?
- Über die Parameter der Public Delivery API für Sprache, Markt und Profil, z. B. locale=de-DE, market=DE und profile=B2B. So bezieht jeder Sales Channel automatisch die für seine Variante freigegebene Fassung, statt eine eigene Kopie zu pflegen.
- Wie bleibt nachvollziehbar, welche AGB-Fassung in einer Bestellung galt?
- Indem die zum Bestellzeitpunkt abgerufene Versionsnummer mit der Shopware-Bestellung gespeichert wird. Da jede Veröffentlichung ein datierter, unveränderlicher Snapshot ist, lässt sich dieselbe Fassung später erneut abrufen.
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